Wie wollen wir leben?

Hier möchten wir uns mit euch austauschen,
wie die Welt aussehen soll, in der wir uns der Momentwohlfühlen
und in der wir gerne leben wollen. Denn nur wenn wir uns über unsere Visionen klar werden, können wir auch konkrete Ziele entwickeln, auf die wir hinarbeiten und durch die eine Veränderung in Gang kommt.

Die folgenden Themenbereiche haben uns schon sehr beschäftigt und sollen ein kleiner Impuls sein für euch sein:

Selbstbestimmt!

Niemand soll uns vorschreiben dürfen, wie wir uns zu kleiden haben, wann wir wohin gehen, was wir sagen, wen wir lieben oder wie wir überhaupt unser Leben nach unseren Vorstellungen und Bedürfnissen organisieren.

Wir wünschen uns, dass Mädchen und Frauen
sich gegenseitig unterstützen und stärken verrückte freundinnenund sich ihres Einflusses in der Gesellschaft bewusst werden; immerhin machen wir die Hälfte der Menschheit aus und könnten uns gemeinsam für unsere Rechte und Interessen viel stärker einsetzen! Also neben der digitalen Vernetzung auch einfach mal im richtigen Leben treffen und austauschen, wie wäre es zum Beispiel mit der Gründung einer Rabatz -Gruppe in eurer Nähe?

Ausbildung und Arbeit

Eine aktuelle Umfrage besagt, dass junge Leute
zwischen 20 und 34 nur noch zu 13% an   die kunst zu lebeneiner Karriere in Führungsposition interessiert sind, allen anderen sind die „restlichen“ Lebensbereiche wie Freizeit, Freunde, Familie usw. zu wichtig, um aus Zeitnot nur eine Nebenrolle zu spielen. Wir finden es sehr ermutigend, dass die Menschen arbeiten wollen, um zu leben, und nicht leben wollen, um zu arbeiten. Das bedeutet ja auch, dass weniger Geld für den Konsum zur Verfügung steht, dafür aber mehr Zeit für alles, was die eigene Lebensqualität ausmacht. Die Arbeitswelt täte gut daran, sich auf diese verändernde Realität einzustellen und mit flexiblen Arbeitszeiten wie Gleitzeit, Freizeitausgleich, einem Arbeitszeitkonto, Home office etc. zu reagieren, um qualifizierte Arbeitnehmer*innen zu gewinnen und zu halten.

Dass Frauen im Schnitt 23% weniger verdienen als Männer, hängt auch damit zusammen, dass sie sich noch sehr oft für typische Helferinnenberufe (Gesundheitspflegerin, Altenhelferin, Erzieherin) oder in Dienstleistungsbereichen wie Verkäuferin oder Frisörin entscheiden. Kämpft mit euren Gewerkschaften für eine gerechte Bezahlung! Und macht ansonsten beruflich einfach, was ihr wollt, denn: wer hat sich eigentlich ausgedacht, dass gut bezahlte Berufe in den Bereichen Technik, EDV, Ingenieurwesen usw. angeblich nur etwas für Männer sind?Nö.png

Denn wenn Frauen genauso viel verdienen wie Männer,
zieht auch das Argument nicht  mehr, dass der Besserverdienende (bislang überwiegend die Männer) nach Familiengründung weiter arbeiten geht und die Frauen zuhause bleiben. Und für später: Altersarmut wäre nicht mehr überwiegend weiblich (die Rente der Männer ist doppelt so hoch wie die der Frauen)!

Und wieso ist eigentlich die Frauenquote so wichtig? Leider sind in den letzten Jahrzehnten (auf freiwilliger Basis) in der Arbeitswelt keine erwähnenswerten Maßnahmen ergriffen worden, die Frauen eine gleichberechtigte Teilhabe an Jobs in Führungspositionen ermöglicht; die Zahlen schwanken je nach Höhe des Aufstiegs zwischen 6% (z.B. im Vorstand) und 23% in mittleren Führungsebenen. Obwohl es schon lange erwiesen ist, dass gemischte Teams die erfolgreichsten sind, verhelfen männliche Chefs meistens ihren Geschlechtsgenossen zum Aufstieg. Da das freiwillige Prinzip also nicht funktioniert, brauchen wir die Frauenquote bis zum Erreichen der Gerechtigkeit, die seit 1949 in unserem Grundgesetz verankert ist (Artikel 3, Absatz 2: Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.) Solange müssen erfolgreiche Frauen mit der Unterstellung leben, dass sie eine Quotenfrau seien und nicht ihre Leistung zählt- aber wir sind ja Kummer gewöhnt…

 

                                                                  Familie

Immer mehr jungen Eltern ist eine gleichberechtigte Familien- und Erziehungsarbeit  wichtig. Das kann nur gelingen, wenn die Arbeitswelt darauf mit Teilzeitarbeitsplätzen für Frauen UND Männer reagiert und die Politik mit ausreichenden Betreuungsmöglichkeiten für Kinder in Krippen, Kitas und Schulen-auch nachmittags. Und wenn Arbeitgeber*innen nicht mehr sicher sein können, ob die Frau oder der Mann die erste Zeit bei dem Kind Zuhause bleiben wollen, haben auch Frauen um die 30 wieder bessere Chancen auf einen Job, da nicht nur ihnen unterstellt werden kann, nach der Familiengründung für die Arbeitswelt auszufallen und Kosten und Aufwand zu   verursachen.

Über die gerechte Arbeitsteilung in der Familie und im Haushalt sollte rechtzeitig  gesprochen werden, damit sich nicht bestimmte Muster einschleifen und die Belastungen einseitig „aufgeteilt“ sind…die welt baucht mehr Räubertöchter

 

 

Politik

Die Beteiligung der Frauen in der Politik ist aktuell auf unter den Stand von vor 20    Du kannstJahren gesunken: von 30,9% (1998)  auf 30,7% (2017) weiblicher Abgeordneter im Bundestag. Aber wer soll sich denn für unsere Interessen einsetzen, wenn nicht wir selber? Viele frauenfreundliche Gesetze sind zwar besprochen worden, konnten sich aber nicht durchsetzen, weil es keine Mehrheiten gab – das würde bei 50% Frauenanteil schon ganz anders aussehen! Wir sollten die Politik nicht den Männern überlassen, sondern unsere Chancen nutzen, uns einzubringen und Dinge in unserem Sinne zu verändern, z.B. endlich eine gesetzliche Grundlage, frauenfeindliche Werbung zu verbieten, das Informationsrecht auf Abtreibung oder die gerechte Bezahlung von Hebammen, damit keine Frau mehr Angst haben muss, unter der Geburt allein gelassen zu werden!

Spannend ist übrigens auch der Frauenanteil in den einzelnen Parteien (1/2018):

AfD 10,6%, CDU 20%, FDP 22,5%, SPD 42%, Linke 54%, Grüne 58%.

Fällt euch was auf? In den Parteien, die sich am stärksten für soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz und Gleichberechtigung einsetzen, engagieren sich auch die meisten Frauen. Wenn das keinen Mut macht!

 

Umwelt

Viele Menschen beklagen sich über die Wetternur mutkapriolen
durch den Klimawandel, tun  aber so, als hätte es gar nichts mit ihnen und ihrem Konsumverhalten zu tun, weil sie Angst davor haben, sich einzuschränken zu müssen und ihre gewohnte Lebensqualität zu verlieren. Aber Veränderungen müssen nicht immer negativ sein, sie können sogar Vorteile bringen und Spaß machen. Hier ein paar Beispiele:

  • Fahrradfahren: probiert doch einfach mal aus, eine übliche Strecke (zur Schule, zur Ausbildung, zur Arbeit, zum einkaufen) ein paar Mal statt mit dem Auto mit dem Fahrrad zu fahren, selbst wenn es ein paar Kilometer sind. Vielleicht merkt ihr, dass ihr gar nicht so viel länger braucht als mit dem Auto (oder sogar mit den Öffis), ihr seid an der frischen Luft, der Kopf wird frei und ihr tut etwas für eure Gesundheit (vielleicht spart ihr sogar das Fitnessstudio damit).
  • Ernährung: viele wissen gar nicht, dass die weltweite Tierhaltung mit rund 20% der Treibhausgasemissionen (CO2) zu den wichtigsten Verursachern der globalen Erwärmung gehört. Probiert doch einfach mal Alternativen zu Fleischgerichten aus (oder lasst euch von vegetarischen Freund*innen zum Essen einladen J), es gibt so viele leckere und toll gewürzte fleischlose Gerichte, an die frau sich gewöhnen könnte! Oder Lebensmittel, die eine lange Flugreise hinter sich haben, tragen dadurch einen CO2-„Rucksack“. Niemand will immer auf alles verzichten, aber mit einem Blick auf saisonale und regionale Produkte kann schon viel für die Umwelt erreicht werden, denn schließlich bestimmt bei uns die Nachfrage das Angebot.
  • Kleidung: In den Kaufhäusern findet ihr überall die gleiche aktuelle und oft sehr preiswerte Mode, die überwiegend von Mädchen und Frauen aus armen Ländern genäht wurden, deren Lohn trotz eines 12-16-Stundenarbeitstages kaum für das Überleben reicht. Für die Produktion der Mode wurden jede Menge Rohstoffe (und Chemikalien) verbraucht, und sie wurden mit dem Flugzeug oder Schiff zu uns gebracht und tragen deshalb auch wieder einen CO2-Rucksack. Wer dieses auf   Ausbeutung von Frauen und unserer Umwelt basierende System nicht mehr unüberlegt unterstützen möchte, hat auch andere Möglichkeiten:
  • vorher genau überlegen, was und ob ihr etwas wirklich braucht (laut Statistik werden nur ca. 20% der Kleidungsstücke im Schrank wirklich getragen…)
  • vielleicht auch mal etwas mehr Geld für ein Kleidungsstück (Fair Trade) ausgeben statt vieler billiger Teile, die frau aufgrund schlechter Qualität manchmal nach ein paar Waschgängen schon wieder wegwerfen kann.happy girls are the prettiest
  • färbt doch mal Sachen in der Waschmaschine, dann sind liebgewonnene, aber langweilig gewordene Klamotten wieder wie neu und anders zu kombinieren
  • in Secondhand-Läden nach individuellen Einzelteilen stöbern spart Geld und schont die Umwelt, außerdem sind die Chemikalien schon herausgewaschen- gut für Allergikerinnen
  • es gibt neben normalen Flohmärkten auch Frauenflohmärkte, das ist wahrscheinlich die günstigste Möglichkeit, die auch noch am meisten Spaß bringt :-)!fischis

Was wir uns fragen…

  • Wir fragen uns, warum der Wunsch nach einem gemeinsamen Nachnamen bei einer Heirat zu über 80% zugunsten des Mannes ausfällt, obwohl die gesetzliche Möglichkeit schon seit 1991 besteht, dass die Frau ihren Namen behält, beide den Nachnamen der Frau annehmen oder die Möglichkeit des Doppelnamens besteht? Gelten Männer, wenn sie den Nachnamen der Frau annehmen, immer noch als Weicheier oder Pantoffelhelden? Möchten sie nicht so einfach ihre Namens-Identität abstreifen? Warum fällt das Frauen bei uns so leicht? In vielen anderen Ländern (Italien, Irland, Argentinien usw.) behalten Frauen traditionell ihren Nachnamen bei einer Heirat.Sternenstaub
  • Warum hören  wir oft so geduldig zu, wenn Männer    glauben, uns die Welt erklären zu müssen? Vermutlich sind wir einfach zu höflich, um zu sagen: „Sorry, ich habe gerade nicht zugehört, ich habe an etwas Interessantes gedacht…“ Es gibt sogar ein Wort für diese Erklärbären: Mansplaining!
  • Warum eigentlich wird in unserem Sprachgebrauch, z.B. in der Presse, immer noch fast überwiegend die männliche Form genannt? Es wird viel über das Gendern gesprochen, es wird aber kaum praktiziert. Aber Worte sind wichtig: sie beeinflussen unsere Art zu denken. Wenn wir Frauen nicht vorkommen, weil nur die männliche Form genannt wird (z.B. bei Presseberichten über Kitas, in denen nur von Erziehern gesprochen wird, obwohl 90% des Personals weiblich sind), prägt das auch unseren Stellenwert in der Gesellschaft.
    Wir haben einen Vorschlag dazu: wie wäre es, nach Jahrtausenden Vorherrschaft der männlichen Sprachform jetzt als Ausgleich mal NUR die weibliche Form zu benutzen? Im Sprachgebrauch spricht frau es eben – gedanklich – mit Sternchen oder Unterstrich, dann entfällt auch die zeitraubende Doppelnennung (Liebe Bürger*innen statt Liebe Bürgerinnen, liebe Bürger). Immerhin kommt die männliche Form in „Bürger*innen“ ja auch vor, die weibliche in „Bürger“ aber nicht. Also total gleichberechtigt, ist doch klasse, oder?
  • …brüderlich mit Herz und Hand: so singen alle Deutschen ihre Nationalhymne, obwohl ja 50% schwesterlich singen müssten. Wie wäre es mit geschwisterlich?
  • Warum eigentlich sind wir so selten zufrieden mit uns?
    Ein paar toughe Mädchen haben ein Video darüber gedreht, dass sie keine Lust mehr haben auf Heidi Klums „Germanys next top model“: Not Heidis girl

 

diät

 

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